Wie sieht Ihr Programm bis zur Stichwahl aus?

Der Terminplan ist weiterhin vollgepackt. Ich werde mit meinem Pop-Up-Büro in den Stadtteilen für Bürgerinnen und Bürger ansprechbar sein. Am heutigen Samstag in Kaldenkirchen im Cafe Noa von 18 bis 21 Uhr. Ab Montag dann in Schaag auf dem Hubertusplatz, am Dienstag in Hinsbeck vor dem Edeka, Mittwoch in Lobberich auf dem Doerkesplatz, Donnerstag in Breyell auf dem Lambertimarkt und Freitag in Leuth auf dem Petershof jeweils von 17 bis 19 Uhr. Zudem sind zahlreiche persönliche Gespräche vereinbart. An den Samstagen informieren SPD, FDP und Grüne gemeinsam an Infoständen in allen Stadtteilen zur Stichwahl in der Zeit von 8 bis 13 Uhr, wo ich ebenfalls zu erreichen bin.

Welche Möglichkeiten haben die Bürger, Ihre politischen Ansichten näher kennenzulernen?

Viele Nettetalerinnen und Nettetaler haben bereits die Gelegenheit genutzt, mit mir in meinem mobilen Büro zu sprechen. Hier besteht wie oben beschrieben weiterhin die Möglichkeit, mich persönlich kennenzulernen und sich mit mir auszutauschen. Daneben kann man mich per E-Mail über christian@christian-kuesters.de und über mein Wahltelefon 0175 6046944 persönlich oder per WhatsApp kontaktieren. Wenn ich nicht sofort rangehe, rufe ich sicher zeitnah zurück. Auf meiner Homepage sind mein Wahlprogramm und persönliche Informationen zu finden. Natürlich bin ich auch auf Facebook und Instagram unter kuestersfuernettetal anzutreffen.

Sind im Wahlkampf neue Themen an Sie herangetragen worden?

Wir haben Ende Juli in jedes Haus eine Postkarte mit Antwortmöglichkeit verteilt. Hier konnten die Nettetalerinnen und Nettetaler Ihre Ideen für die Zukunft unserer Stadt an mich persönlich adressieren. Über die rege Teilnahme habe ich mich sehr gefreut. Die dort benannten Themen sind dann in meinen Wahlkampf-Flyer eingeflossen. Besonders häufig wurden hier bezahlbarer Wohnraum, Kinderbetreuung, Zugang zur Verwaltung und Radverkehr genannt. Auch mehr Polizeipräsenz und die Besetzung der Wache in Kaldenkirchen ist den Menschen wichtig.

Beschreiben Sie den Status quo der Stadt Nettetal

Nettetal ist eine lebenswerte Stadt, die für uns alle Heimat ist. Wir lieben die Natur und die Seen, den Zusammenhalt und unsere Ortsteile. Dennoch gibt es Baustellen, die angegangen werden müssen. Es mangelt an bezahlbarem Wohnraum. Wir wollen die Ortskerne wiederbeleben. Hierfür braucht es manchmal nicht viel, wie das Beispiel Sandkasten von Human Plus in Lobberich und Kaldenkirchen zeigt. In großen Teilen ist unser Straßennetz in Ordnung, aber manche Straßen müssen dingend erneuert werden. Wir haben eine breite Schullandschaft mit guten Grundschulen in allen Stadtteilen. Auch mit drei weiterführenden Schulen ist Nettetal gut aufgestellt. Diese haben jedoch Nachholbedarf, was digitales Lernen angeht. Es fehlt an Ausstattung in der Schule, wie auch bei den Schülerinnen und Schülern zuhause. Nettetal hat mit seinen Vereinen und Freizeiteinrichtungen tolle Möglichkeiten für Jung und Alt. Es gibt jedoch Lücken insbesondere bei den Jugendlichen, denen Treffpunkte wie der gute, alte Bolzplatz oder Jugendtreffs fehlen.

Welchen finanziellen Kurs werden Sie für die nächsten fünf Jahre fahren?

Verwaltung und Ratsfraktionen haben in den vergangenen Jahren durch Einsparungen und Erhöhung der Einnahmen den Haushalt konsolidiert. Dadurch konnte zuletzt sogar die Haushaltsrücklage aufgestockt werden. Durch Corona wird sich die Einnahmensituation jedoch merklich verändern. Trotzdem sind die öffentlichen Haushalte gefordert, durch Investitionen die Konjunktur und heimische Betriebe zu unterstützen. Gerade im Baubereich für Kindergärten, Lehrschwimmbecken oder Werner-Jaeger-Halle gibt es Projekte mit entsprechendem Planungsvorlauf, die keinen Aufschub dulden. Dazu kommt die weitere energetische Sanierung von städtischen Gebäuden, die uns für die Zukunft Geld einspart. Die Gastronomie und der Freizeitbereich leiden derzeit sehr stark. Hierfür braucht es ebenfalls Lösungen. Gleichwohl ist das Ziel des ausgeglichenen Haushaltes weiterhin zu verfolgen, um künftigen Generationen gestalterischen Spielraum zu bewahren.

Was ist Ihr Herzensanliegen?

In den letzten Wochen habe ich sehr viele Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern, mit Ehrenamtlichen und Gewerbetreibenden geführt. Ihnen ist es wichtig mit ihren Anliegen gehört und ernst genommen zu werden. Miteinander reden und gemeinsam Lösungen suchen, wird eine meiner wesentlichen Aufgaben als Bürgermeister sein. Wie wir Probleme angehen ist wichtig, damit sich alle Bürger gehört und beteiligt fühlen. Auch wenn wir unterschiedliche Meinungen haben, soll jeder Einwohner Nettetals die Stadt als seine Heimat erfahren. Das im Umgang miteinander zu verankern, ist mir für die kommenden fünf Jahre sehr wichtig.

Wo drückt der Schuh? Welches Problem wollen Sie schnell angehen?

In den vielen Gesprächen, die ich geführt habe, wurden mir viele kleine und größere Bürgeranliegen aus unterschiedlichsten Bereichen zugetragen. Nicht alle konnten unmittelbar gelöst werden. Aber ich möchte den Nettetalerinnen und Nettetalern zeigen, dass mir diese besonders wichtig sind. Deshalb werde ich diese zuerst angehen. Zudem leidet der Gastronomie- und Freizeitbereich durch Corona sehr stark. Hier müssen wir als Stadt sehen, wie wir mehr unterstützen können.

Wie erklären Sie den Wählern die geplante Renovierung der Werner-Jaeger-Halle?

Für eine Stadt in der Größe von Nettetal sollte ein angemessener Ort für Kultur und Veranstaltungen selbstverständlich sein. Zudem braucht das Werner-Jaeger-Gymnasium weiterhin eine Aula. Es gab einen mehrjährigen Abstimmungsprozess zur Sanierung der Werner-Jaeger-Halle, in dem die unterschiedlichen Auffassungen ausgetauscht wurden. Auch wenn das Abstimmungsergebnis im Rat nicht einstimmig ausgefallen ist, so gab es doch eine deutliche Mehrheit für die Sanierung. Daher sollte der Umbau nun zügig vorangetrieben werden, damit die Nettetalerinnen und Nettetaler dort bald wieder abwechslungsreiche Veranstaltungen erleben können. Zudem sollte es im vergrößerten Foyer einen festen Ausstellungsbereich für die hervorragende Nettetaler Kunstszene geben. Das Angebot dafür ist reichhaltig. Da wir uns für die Sanierung entschieden haben, braucht es jetzt ein angemessenes Nutzungskonzept, dass die Werner Jäger Halle wesentlich stärker als vorher im Leben der Stadt verankert.

Wann kommt das Mobilitätskonzept und in welche Richtung wird es führen?

Wir warten bereits seit 2017 auf ein Mobilitätskonzept für Nettetal. Auf ein innerörtliches Radwegekonzept sogar seit 2015. Daher muss das Mobilitätskonzept unmittelbar nach der Wahl angestoßen werden, weil die Bürgerinnen und Bürger von einer Verwaltung erwarten dürfen, dass Ratsbeschlüsse auch umgesetzt werden. Hierbei hat Corona den Trend zu mehr Radverkehr weiter verstärkt. Nach Auskunft des örtlichen Fahrradhändlers wurden selten so viele verkauft wie seit dem Frühjahr. Das muss sich auch in einem Mobilitätskonzept wiederspiegeln. Radfahrer und Fußgänger sollen sich sicher und gut durch die Stadt bewegen können. Enge Drängelgitter und Radwege sowie Bettelampeln sollten der Vergangenheit angehören. Wenn wir den Bürgerinnen und Bürgern ein gutes Angebot machen, werden wir von alleine weniger Autoverkehr haben. Zudem müssen wir den öffentlichen Nahverkehr stärken. Dafür ist es wichtig die Bahnhöfe, so umzubauen dass ein bequemerer Umstieg auf andere Verkehrsmittel möglich ist. Der Einfluss der Stadt muss genutzt werden, um die Angebote an Bus- und Bahnverbindungen wesentlich zu verbessern.

Was tun Sie (die Stadt) fürs Klima?

Leider tut die Stadt bislang nicht genug. Es gibt seit 2015 ein Klimaschutzkonzept, das leider bislang erst rudimentär umgesetzt wurde. Es fehlt ein zukunftsgerichtetes Mobilitätskonzept, das dazu beiträgt Emissionen einzusparen. Es fehlt ein Ausbauplan für erneuerbare Energien. Dabei können sich die Stadtwerke wesentlich stärker als bislang engagieren und mehr städtische Gebäude belegt werden. In Nettetal-West sind riesige Hallen gebaut worden, aber fast alle ohne Photovoltaik. Das ist ungenutztes Potential. Auch im Neubau und in der Sanierung von Gebäuden können wir noch einiges tun. Mit dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft nach Cradle-to-Cradle können bei der Erstellung, beim Betrieb und bei der Wiederverwertung Energie und Emissionen eingespart werden. Mehr Gesundheit gibt es noch dazu. Mit der Klimaschutzsiedlung im Juiser Feld und dem Neubau der Stadtwerke gibt es vielversprechende Projekte. Die Baugesellschaft Nettetal hat dazu jedoch nicht ein Gebäude in Planung. Auch die Bewirtschaftung von (Grün-)flächen spielt fürs Klima eine wichtige Rolle. Je weniger versiegelt wird, umso besser. Die Stadt und jeder Einzelne sind gefordert einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.